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Australien 2011 - Von Alice Springs über Perth nach Darwin
Australien 2001 - Navigation
Montag, 25. April 2011
Karratha - Tom Price

Fahrstrecke: 347 km
Wetter: 21/29 °C, früh wolkenlos, ab Mittag locker bewölkt, schwachwindig

Hunderte kleine Ameisen krabbeln innen durch den Camper. Sie kommen von außen durch das Gazefenster und auch durch den Kabelkanal der Beleuchtung herein. Es hilft nichts, wir müssen sie killen. Ein paar Sprühstöße mit dem wirksamen Spray und sie fallen sofort tot um.

Auf einer Straße, die in unserem Autoatlas noch als Schotterpiste gekennzeichnet ist, fahren wir Richtung Tom Price. Seit 2008 sind die ersten 90 Kilometer der Straße befestigt, aber nur wegen der Erzminen.

Erst fahren wir durch flache grüne Landschaft mit niedrigen Büschen, die bald spärlicher werden. Gelblich verdorrtes Gras überwiegt. Die Straße verläuft parallel zur Eisenbahnlinie Tom Price - Dampier. Neben der Bahnlinie verläuft noch eine Wasserleitung zu den Erzminen. Ein Zug, gezogen von drei Loks, kommt uns entgegen. Er muss mindestens zwei Kilometer lang sein und besteht aus schätzungsweise 200 Wagons, alle mit Eisenerz beladen. In Dampier wandert es dann auf die Erzfrachter.

Das flache Land geht bald über in sanfte, mit Gras bewachsene Hügel. Das Gras hat es schwer hier zu gedeihen. An vielen Stellen ragen rotbraune Steine hindurch, besonders auf den Hügelkuppen.

Ein Stück hinter dem nächsten Bahnübergang endet die Asphaltstraße und geht über in eine zunächst sehr gut eingeebnete breite Gravelroad.



Gravelroad
Gravelroad von Karratha nach Tom Price


Die Straßenoberfläche wird rauer, es überwiegt jedoch immer noch feineres Geröll. Durch die rotbraune Farbe kann man das Eisen förmlich riechen. Kein Wunder, dass man es hier in Unmengen abbaut und mit endlos langen Zügen abtransportiert. 

Nun kommen aber die Berge des Karijini Nationalparks in Sicht. Noch 104 Kilometer bis Tom Price. Die Straße wird immer schlechter. Corrugation und grober Schotter verlangen Reifen und Fahrwerk wieder alles ab. Wieder ein Floodway durch ein breites Flussbett, nur mit Restwasser zu beiden Seiten. Die Straße windet sich jetzt durch die rötlichen Berge und ist in diesem Abschnitt sogar asphaltiert. Manche Felswände sehen aus, als könnten jederzeit Steine ausbrechen und herunter rollen. Dass das ab und an passiert, sieht man an den Steinen, die auf den Abhängen liegen und teilweise schon von Gras überwuchert sind.

Der Autoverkehr wird jetzt wieder reger. Der Karijini Nationalpark hat attraktive Ausflugsziele zu bieten. Auch wir biegen am Wegweiser zur Hamersley Gorge ab, weil wir sonst nicht wieder hier vorbei kommen würden. Jetzt, kurz vor Mittag wird die Luft wärmer und wir sind eigentlich zu spät hier. Leider lässt sich das aber kaum anders einrichten, wenn die Anfahrt zu lang ist. Über eine schmale fünf Kilometer lange, holprige Piste, die am Ende steil nach unten führt kommen wir bis etwa 100 Meter an den Parkplatz heran. Der ist überfüllt. Deshalb bleiben wir schon vorher am linken Pistenrand hinter anderen Autos stehen.

Das Wasserloch der Hamersley Gorge ist gut besucht. Viele tummeln sich im Wasser. Kinder klettern auf den Felswänden herum. Leider gelingen dadurch keine „störungsfreien“ Aufnahmen. Hier unten staut sich die Hitze. Kein Lüftchen rührt sich. Erfrischend wäre es nur im Wasser.



Hamersley Gorge
Hamersley Gorge


Jetzt ziehen immer mehr weiße Wolken auf. Wenn sich mal eine vor die Sonne schiebt, ist es bald so, als wäre die Straßenbeleuchtung ausgegangen. So sehr haben wir uns schon an das grelle Sonnenlicht gewöhnt. Noch ein paar Kilometer Schotterpiste, die jetzt wieder glatter ist, durch grünes Buschland und dann endlich fahren wir wieder auf Asphalt. Nach 256 Kilometern Schotterstraße wirk das sehr erleichternd.



Anschnallen
Auch in Australien darf man das Anschnallen nicht vergessen!


Nach einer Runde durch die kleine Stadt Tom Price, um die Lage von Visitor Information und Shopping Center zu erkunden, fahren wir auf den Caravanpark. Ohne Probleme erhalten wir einen schönen Stellplatz für 38 Dollar je Nacht.


Dienstag, 26. April 2011
Karijini Nationalpark
Fahrstrecke: 286 km
Wetter: 19/30 °C, früh teils wolkig, windstill, gegen Abend stark bewölkt

Heute wollen wir die wichtigsten Attraktionen des Karijini NP besuchen. Da ist es angebracht, so früh als möglich dort anzukommen, schon wegen der Wärme. Weil ein paar Wolken am Himmel sind, wird es sicher ab und zu auch mal Schatten geben.

An der westlichen Einfahrt in den Karijini NP beginnt wieder Schotterpiste. Das allein wäre nicht das Problem. An das Gerüttel auf vielen Abschnitten solcher Straßen sind wir inzwischen gewöhnt. Viel schlimmer ist der Staub. Schon gestern haben wir einen Vorgeschmack bekommen, aber da war auch ein klein wenig Wind, der die Staubfahne eines Überholenden oder Entgegenkommenden schnell weggeweht hat. Heute aber ist kein Hauch von Wind zu spüren. Wie trotzdem einige kleine Willi-Willis zustande kommen ist rätselhaft. Tatsächlich sehen wir noch von der asphaltierten Straße aus einen in der Ferne. Der nächste entsteht ein paar hundert Meter vor uns auf der staubigen Schotterstraße, verzieht sich dann nebenan in den Busch und löst sich langsam auf.

Uns kommen auf der staubigen Piste zahlreiche Autos entgegen und einige überholen uns auch. Immer wieder fahren wir in lange rötliche Staubfahnen hinein. Für Sekunden fehlt uns dabei immer jede Sicht. Ein Trost, dass es den anderen genauso geht. Bis zum Oxer Lookout sind es 40 Kilometer. Dort ist der Parkplatz schon gut gefüllt. Die meisten wollen aber durch die Schluchten wandern, die hier am Oxer Lookout zusammentreffen. Von hier oben hat man einen herrlichen Blick in alle drei Schluchten. Allzu viel Höhenangst darf man dabei nicht haben, denn die beiden Plattformen des Lookouts stehen direkt an der Kante.



Oxer Lookout
Schluchten am Oxer Lookout


Anschließend steigen wir auf steilen felsigen Stufen in die Weano Gorge hinunter und gehen ein Stück hinein. Weit kommen wir aber nicht, denn wer bis zum Schluchtendreieck gelangen will, muss durch das eiskalte Wasser waten und ein Stück weiter sogar schwimmen. Das haben wir nicht eingeplant.



Weano Gorge
Weano Gorge


Als wir ins Auto steigen hat sich der Himmel ziemlich zugezogen. Aber es sind nur Schleierwolken, die immer noch Sonne hindurch lassen. Es bleibt also heiß. Ohne Wind ändert sich hier auch bei bewölktem Himmel nichts.

Durch niedrigen gelb blühenden Busch mit Spinifexgras dazwischen und zahlreichen Termitenbauten fahren wir zu den nächsten Zielen. Bis zur Joffre Gorge, der Knox Gorge und der Kalamina Gorge müssen wir erst wieder 39 Kilometer Schotterstraße hinter uns bringen und durch Staubfahnen hindurch. Oberhalb der Schluchten und auch in den Schluchten selbst stehen viele Ghost Gums (Geistereukalypten). Manche klammern sich sogar an den senkrechten Felswänden fest.



Knox Lookout
Am Knox Lookout


Lizard
LIzard am Knox Lookout


Nach einem Besuch des Visitor Center steuern wir die letzten beiden Ziele an, die Dales Gorge und den Circular Pool. In die Dales Gorge gehen wir hinunter zum Fortescue Falls, einem schönen Wasserfall, der jetzt allerdings nur als Rinnsal über die Terrasse in den Pool hinunterfließt. Hier könnte man einen ganzen Tag verbringen, denn es gibt ausreichend Schatten, kühles Wasser für ein erfrischendes Bad und jede Menge Natur.



Fortesque Falls
Fortesque Falls


Dales Gorge
Dales Gorge


Zum Circular Pool schauen wir von der Plattform eines Lookouts senkrecht in die Tiefe. Der Blick in die Tiefe erzeugt ein ungutes Gefühl in der Magengegend.



Circular Pool
Circular Pool


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