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Australien 2011 - Von Alice Springs über Perth nach Darwin
Australien 2001 - Navigation
Samstag, 16. April 2011
Denham - Francois Peron NP - Hamelin Pool - Carnarvon
Fahrstrecke: 399 km
Wetter: 21/30 °C, wolkenlos, windstill

Auch in Australien gibt es kleine Diebe. Gestern Abend hatte ich in der Dusche mein Haarwaschmittel vergessen. Nun ist es weg. Selber schuld.

Noch einmal fahren wir in den Francois Peron Nationalpark hinein. Beim Luft ablassen an der Station treffen wir das Paar aus Bayern, das uns gestern, nach unserer erfolgreichen Selbstbefreiung aus dem Sand, entgegen kam. Die Beiden haben im Park gecampt, sind an der gleichen Stelle wie wir im Sand steckengeblieben und konnten sich auch mit eigener Kraft wieder flottmachen.

Schon kurz nach der Einfahrt läuft uns wieselschnell eines der seltenen Bilbies über den Weg. Bilbies sind Nasenbeutler mit großen mausähnlichen Ohren. Zumindest das Schild konnten wir fotografieren.


Bilby


Nach einem Abstecher zur Big Lagoon mit algenbepacktem Strand, über einen sehr schmalen sandigen Weg mit ein paar Salzpfannen dazwischen, fahren wir Richtung West Coastel HWY. Am Eagle Bluff genießen wir noch einmal die Aussicht über die türkisfarbene Shark Bay.


Eagle Bluff
Am Eagle Bluff

Am Shell Beach wurden die Muschelberge früher abgebaut und als Baumaterial verwendet. Heute darf man nichts mehr vom Strand mitnehmen. Das kristallklare Wasser lädt zum Baden ein, aber die Sonne brennt und es gibt keinen Schatten.


Shell Beach
Shell Beach

Am Hamelin Pool erwarten uns Scharen von Fliegen. Große Grashüpfer springen hoch als wir durch den trockenen Rasen gehen. Vor dem Gebäude der alten Telegrafenstation stehen eine alte Zapfsäule und eine neue Telstra Telefonzelle einträchtig nebeneinander.

Hauptattraktion hier sind aber die Stromatolithen. Zu denen gelangen wir über einen Holzsteg. Es ist windstill und heiß. Wellen sind kaum spürbar. Unzählige kleine Fische schwimmen in dem seichten Wasser umher.

Die Stromatolithen sind, wenn man so will, unsere ältesten Vorfahren. Diese aus Mikroorganismen bestehenden und immer noch wachsenden "Steinklumpen" produzieren durch Fotosynthese Sauerstoff und haben vor 3,5 Milliarden begonnen unsere Atmosphäre zu schaffen. Ihnen haben wir es zu verdanken, dass sich höhere Lebewesen entwickeln konnten, wie z.B. giftige Spinnen, Ameisen, die australische Fliege, Stinktiere und letztendlich auch wir. Vom Holzsteg aus kann man die Stromatoliten im ruhigen Wasser bei der heutigen Windstille betrachten.


Stromatolithen
Stromatolithen bei Hamelin Pool


Stromatolithen
Stromatolithen bei Hamelin Pool


Am Overlander Roadhouse und Wooramel Roadhouse vorbei gelangen wir zu unserem heutigen Ziel - Carnarvon. Hier wollen wir zwei Tage bleiben.


Sonntag, 17. April 2011
Carnarvon
Fahrstrecke: 22 km
Wetter: 22/33 °C, wolkenlos, schwacher Wind, am nachmittag auffrischend

Heute wird ein fauler Sonntag werden. Wir lassen uns etwas Zeit mit Allem. Halb acht kommen wir erst aus der Koje. Die Zeit der angenehmen nächtlichen Kühle ist wohl endgültig vorbei. Deshalb hatten wir die ganze Nacht auch die Klimaanlage laufen, damit es nicht zu warm wird in der Koje. Bei den Nachbarn läuft der Fernseher vor dem Wohnmobil. Wir hören und sehen mit, ob wir wollen oder nicht.

Nach dem Frühstück fahren wir um neun Uhr los die Stadt zu erkunden und stellen fest, dass der Begriff Stadt etwas weit hergeholt ist. Vielleicht liegt es aber auch wieder daran, dass heute Sonntag ist und die Straßen weitgehend leer sind. Ein paar Geschäfte sind offen, vor allem die Supermärkte. Im Einkaufszentrum suchen wir bei Target wieder nach leichten Schuhen für Angelika, aber es gibt auch hier nichts Passendes. Meist ist es nur Billigware auch China, dafür ohne Qualität. Für die Mittagspause nehmen wir uns noch Weintrauben und Joghurt mit. Das Obst ist hier wesentlich teuer als in südlicheren Orten. Das Unglaublichste ist der Preis für die Bananen. Aus Carnarvon kommen angeblich die besten Bananen der Welt. Wir haben seit unserer Ankunft vor fast fünf Wochen noch keine Banane probiert, denn hier in Carnarvon kostet das Kilo 12,95 Dollar. Selbst schon etwas schwarz gefleckte, die kaum noch die Bezeichnung Banane verdienen, werden noch für 9,95 Dollar angeboten. Woran liegt das? Hat auch in Carnarvon die Bananenernte unter dem übermäßigen Regen gelitten, ähnlich wie in Queensland? Nur so kann es sein, denn 2009 haben wir hier oft Bananen um die vier Dollar je Kilo gekauft. Und damals war der Dollarkurs noch etwa 15 % günstiger.

Die einzigste Attraktion von Carnarvon ist eine der längsten Jettys der südlichen Hemisphäre. Man kann darauf vorlaufen oder auch einen kleinen Zug nehmen, den „Coffee Pot Train". Am heutigen Sonntag ist der aber nicht zu sehen. Darüber sind wir aber nicht böse, denn wir wollen ohnehin bis nach vorn laufen. Aus der Ferne ist am Ende der „One Mile Jetty“ ein Podest und ein überdachter Unterstand zu erkennen. Der würde wenigstens eine Weile Schutz vor der prallen Sonne bieten. Mit einer kleinen Flasche Wasser machen wir uns auf den Weg über die Bohlen, immer am Gleis entlang. Das sieht ziemlich krumm und wenig Vertrauen erweckend aus. Auf der vorderen Hälfte sind die Bohlen der Jetty offenbar vor Jahren mal erneuert worden, im hinteren Teil machen sie eher den Eindruck, als würden sie noch aus dem Jahre 1897 stammen. Sie sind morsch und wackelig. Ob man da wirklich diesen kleinen Zug und einen mit Menschen besetzten Waggon drüberfahren lässt? Das Geländer ist auch nur noch auf einer Seite vorhanden. In Deutschland wäre eine solche Jetty für jeglichen Publikumsverkehr gesperrt. Am Ende gibt es dann zwar eine Plattform mit kleinem Pavillon und Bänken, aber der Zugang st geschlossen. Die Hälfte der Bohlen auf dem Wege dorthin fehlt. Nur die nackten Stahlträger sind noch da. Hier vorn gibt es also nichts weiter, als auf den Indischen Ozean zu blicken, einige Segelschiffe zu beobachten, oder den Anglern zuzusehen.



Jetty von Carnarvon
Jetty von Carnarvon


Alte Dampflok
Reste einer alten Dampflok auf dem Museumsgelände


Montag, 18. April 2011
Carnarvon
Fahrstrecke: 28 Kilometer
Wetter: 19/32 °C, wolkenlos, mäßiger Wind

Auch heute haben wir keine große Unternehmung vor. Alles was uns von hier aus interessieren würde, liegt in größerer Entfernung, wie z.B. der größte Felsen der Welt, der Mt Augustus. Wir scheuen uns aber soweit von unserer geplanten Route abzuweichen und eine Strecken von ca. 400 Kilometern hin und zurück zu fahren.

Wir drehen eine Runde durch die Stadt und die nähere Umgebung. Die palmengesäumte Promenade des Ortes liegt noch am Ufer des Gascoyne River, der hier in den Indischen Ozean mündet. Zum Pelikan Point führt die Straße hinter den Küstendünen entlang. An einigen Stellen kann man durch die geschützten Dünen hindurchgehen.

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