Island 1997 - Ringstraße

A u G . l e

Flagge Island
Torfkirche Vidimyri Godafoss Dimmuborgir Kraflagebiet Dettifoss Myvatn
Island 1997 - Eine Rundfahrt auf der Ringstraße
Island 1997 - Navigation

Montag, 21. und Dienstag, 22. Juli 1997 - 16. und 17. Tag
Zum Hof Smáratún


Für die hohe Zuzahlung, die wir beim Einchecken am Vortag leisen mussten, gibt es als kleinen Ausgleich heute wieder mal ein üppiges Hotelfrühstück. Das hält wieder lange vor.

Um 8.50 Uhr fahren wir hier ab. Es regnet nicht, aber es ist immer noch bedeckt bei 12 °C.
Vulkanwüste Skaftáreldarhraun

Wir fahren durch die Vulkanwüste Skaftáreldarhraun. Sie entstand 1783 bei Ausbrüchen der Laki-Krater. Dieser Ausbruch verwüstete ganz Island und gilt bis heute als eine der schlimmsten Naturkatastrophen in der überlieferten Geschichte. Die Lava ist fast ausschließlich vom Typ Blocklava und von einem dicken Moosteppich bedeckt.

Laufskálavarδa ist ein Lavahügel mit vielen Steinwarten. Früher war es Brauch, dass jeder Reisende, der hier zum ersten Mal vorbeikam, eine Warte errichtete, bevor er sich auf den Weg über die große Sanderebene Mýrdalssandur machte.
Steinwarten auf dem Laufskálavarda
Warnung vor Sandstürmen
Sandstürme gibt es scheinbar auch in Island. Bei langer Trockenheit und warmem Nordwind können Sandstürme die Mýrdalssandur unpassierbar machen.

Vík í Mýrdal ist ein kleines Nest mit einer schönen Kirche auf einer Anhöhe.

Vík í Mýrdal
Reynisdrangar

An dem flachen schwarzen Sandstrand gehen wir eine Weile spazieren. Die Felszinnen Reynisdrangar liegen teilweise im Nebel. Einer Volkssage nach handelt es sich um ein versteinertes Segelschiff und ein Trollweib.


Ein Stück hinter Vík gelangt man über den Weg 215 (Reynishverfishvegur) nach Garδar, dem südlichsten Bauernhof Islands. Dort gibt es einen Zeltplatz mit Kiosk.

Die Steilküste besteht aus interessanten Basaltsäulen-Formationen und Höhlen. In den Klippen sollen Papageientaucher nisten. Wegen des neblig trüben Wetters bekommen wir aber keinen zu Gesicht.
Basaltsäulen-Formationen bei Gardar
Seeschwalben auf der 218

Zurück auf der 1 biegen wir ein paar Kilometer weiter ab auf die 218 (Dyrhólavegur). Auf dem Weg zur Küste versperren uns dutzende Seeschwalben den Weg und machen ziemlichen Krawall. Es hat den Anschein, als ob die jungen Vögel hier ihre Flugversuche machen und den Weg als Start- und Landebahn benutzen. Wir erkämpfen uns langsam den Weg und fahren vor bis zur 120 m hohen Klippe Dyrhólaey.

Der Leuchtturm wurde 1910 errichtet.
Leuchtturm auf der Klippe Dyrhólaey
Sicht von der Klippe Dyrhólaey
Von hier aus hätte man bei klarem Wetter gute Sicht bis zu den Westmännerinseln.
Wir versuchen den Felsvorsprung mit dem großen Tor zu fotografieren, aber er verschwindet immer wieder in dem dicht über dem Wasser vorbeiziehenden Nebel. Der Himmel lockert langsam auf, aber der Nebel über dem Wasser bleibt. Es fehlt eine Mütze voll Wind um ihn zu vertreiben. Felsvorsprung im Nebel
Skógáfoss

Wir fahren weiter zum Skógáfoss. Der Wasserfall liegt bei dem Ort Skógar an einer ehemaligen Steilküste unterhalb des Gletschers Eyjafjallajökull. Nachdem sich die Küstenlinie ins Meer geschoben hatte, blieb ein langer Steilabfall übrig. An einer solchen Stelle ergießt sich der 25 m breite Skógáfoss 60 m in die Tiefe.

Um 17.30 Uhr sind wir in Hvollsvöllur und gehen einkaufen. Danach fahren wir auf der 261 (Fljótshlíδarvegur) zu unserer nächsten Unterkunft, dem Hof Smáratún, wo wir gegen 18.00 Uhr eintreffen. Hier wollen wir zweimal übernachten.

Hof Smáratún

Wir drücken dem Mädchen, das uns in Empfang nimmt, unseren Voucher in die Hand. Sie zeigt uns im Haus die Gemeinschaftsküche im Dachgeschoss und den Aufenthaltsraum. Einen großen Gemeinschaftstisch gibt es auch noch in der Veranda im Erdgeschoß.

Sommerhäuschen

Das Nachtlager ist in einem der neuen kleinen Sommerhäuschen hinter dem Hof – nicht schlecht. Es gibt da drin sogar einen kleinen Duschraum mit WC.


Zum Abendessen haben wir uns im Supermarkt Steinfisch-Filet aus der Tiefkühltruhe geholt. Frischen Fisch findet man in Island eigenartiger Weise in Supermärkten nicht.

Als wir in die Küche kommen, ist die von einigen Frauen schon besetzt. Es sind Isländerinnen, die mit ihren Männern auch hier angekommen sind. Wir warten deshalb im gemeinsamen Wohnzimmer bis die Küche frei ist. Dann kochen wir uns ein paar Kartoffeln und braten unseren Steinfisch. Es ist eine riesige Portion. Zum Essen setzen wir uns zu den Isländern an den großen Tisch in der Veranda. Sie sind inzwischen schon fertig mit essen, bleiben aber noch sitzen und unterhalten uns eine Weile mit Gesang.



Umgebung von Hvolsvöllur


Das Frühstücksbüffet um 8.30 Uhr ist recht einfach. Im wesentlichen besteht es aus Käse und Marmelade.

Bei trübem Wetter mit leichtem Nieselregen bei 12 °C fahren wir zur 1 und erkunden dann die Gegend der Nebenstraßen 250 (Dímonarvegur), 251 (Hólmabæjavegur, 252 (Landeyjavegur) und 254 (Hólmavegur). Diese Wege sind überwiegend unbefestigt, also nicht asphaltiert. Die Gegend ist flach und besteht größtenteils aus Weideland, von kleinen Bächen durchzogen. Nach dem Motto – Der Weg ist das Ziel – fahren wir nur so durch die Gegend. Die 252 ist eine Ringstraße von 55 km Länge. Wir kommen an zahlreichen Bauernhöfen vorbei. Die 254 führt nach Hólmar, einer Ansammlung von Höfen. In der Nähe von Bakki liegt ein kleiner Flugplatz. Von hier aus könnte man zur Inselgruppe Vestmannæyjar (Westmänner-Inseln) rüberfliegen. In Hvollsvöllur hatten wir uns schon mal nach dem Preis erkundigt. Es würde 2.700 IKR je Person kosten. Heute gibt es aber keinen Flug mehr und morgen müssen wir schon wieder weiter. 

Zurück zur 1 fahren wir ein Stück weiter bis zum Fluß Eystri-Rangá, dort einen Weg hinein, lassen das Auto stehen und laufen ein Stück am Fluß entlang. Hier gibt es in bestimmten Abständen nummerierte Angelplätze. Es sind aber keine Angler da. 

Es ist inzwischen Nachmittag geworden und wir fahren wieder zurück über Hvolsvöllur auf die 261 in Richtung Smáratún.

Baumschule bei Tumastadir
Am Bauernhof Tumastaδir halten wir an. Hier gibt es seit 1935 eine Baumschule der staatlichen Forst-kommission.


Dann fahren wir an Smáratún vorbei und am Ende der Straße auf die Jeep-Piste F261 (Emstruleiδ) Richtung Þorsmörk, einem beliebten Ausflugsziel der Isländer mit zahlreichen Naturschönheiten. Wir wollen eigentlich nur testen, wie weit wir mit dem Corsa auf der Piste kommen. Natürlich kommen wir nicht weit, denn zahlreiche kleine Gletscherflüsse durchziehen das Tal. Einen können wir gefahrlos durchqueren, aber dabei belassen wir es. Das Schlimmste was uns passieren könnte, wäre im Kies eines Flüsschens stecken zu bleiben und dann mehrere Kilometer zurück zu laufen um Hilfe zu holen.

Gletscherflüsse vor Þorsmörk
Drífandi
Beim Hof Hlíδarendakot steht in einem kleinen parkähnlichen Gelände ein Gedenkstein für den Dichter Þorsteinn Erlingsson, der hier seine Jugend verbrachte. Der Bach Drífandi, der durch den kleinen Park fließt, kommt als schöner Wasserfall einen Felsen herunter.
Die Wiese voll blühender Blumen ist eine Oase der Ruhe lädt zu einer Rast ein. Inzwischen ist auch teilweise blauer Himmel mit Sonnenschein.
Drífandi

Gegen 17.30 Uhr sind wir wieder zurück am Hof Smáratún. Im Gemeinschaftsraum treffen wir auf zwei deutsche Ehepaare, die ebenfalls auf Rundreise sind. Eines der Ehepaare macht diese Rundtour im Schnelldurchlauf innerhalb einer Woche. Schade um das Geld kann man da nur sagen. Für uns sind schon 3 Wochen zu kurz. Viel Interessantes haben wir auslassen müssen. An manchen Stellen wären wir gern länger geblieben, um auch mal auf besseres Wetter zu warten. Aber in einer Woche auf der 1 um die ganze Insel, da kann man eigentlich nur Kilometer schruppen und Island durch die Scheiben betrachten.


nach oben

Counter