Island 1997 - Ringstraße

A u G . l e

Flagge Island
Torfkirche Vidimyri Godafoss Dimmuborgir Kraflagebiet Dettifoss Myvatn
Island 1997 - Eine Rundfahrt auf der Ringstraße
Island 1997 - Navigation




Warum ich hier bin, weiß ich kaum,
Hier gibt's weder Bauwerke noch Züge, hier wächst kein Baum,
Obst und Grünzeug nur in geringer Zahl,
Die Kultur bleibt aus Mangel an Geld recht schal.
Etwas wie Stonehenge ist hier nicht zu sehen,
Die Literatur wird beherrscht von schwersten Vergehen.
Und doch, mir gefällt's, und sei es nur
Weil hier wenig Menschen und viel Natur ...

Viel ist in Island geschehen, seit der englische Dichter W. H. Auden 1936,
in seinen Briefen aus Island,
dieses Scherzgedicht verfasste.
Eines hat sich seitdem aber nicht verändert:
Es gibt nach wie vor nur wenige Menschen - und deshalb auch noch viel Natur.
Und das ist gut so.


Lagekarte Island

Island gehört zwar zu Europa, aber wer weiß schon viel über diese Insel zwischen Schottland, Grönland und Norwegen, wenn er oder sie selbst noch nicht dort war? Bestenfalls kennt man die Insel aus dem Wetterbericht, weil dort die berüchtigten Island-Tiefs herkommen, die uns den größten Teil des Sommers in Deutschland versauen. Dann hat man beim Spazierengehen vielleicht schon mal Islandpferde auf einer Weide gesehen und festgestellt, dass die nicht viel größer sind als Ponys. Ach ja, Geysire soll es dort noch geben und heiße Quellen, in denen die Isländer und auch Touristen baden. Und da hat sich es auch fast schon mit den Kenntnissen eines Otto Normalverbrauchers über Island, das 'Absurdistan unter dem Polarkreis'. - Das wollen wir ändern! Nach der Lappland-Rundfahrt 1995 und den norwegischen Fjorden 1996 wollten wir noch weiter nach Norden vordringen. Also heißt es erst mal – informieren. Da wir 1996 noch nicht "online" waren, fordern wir im Oktober diverse Kataloge schriftlich an und kaufen uns eine Landkarte. Reiseführer leihen wir uns erst mal einige in der Bücherei aus. Zum Geburtstag im Mai 97 bekomme ich dann noch den APA-Guides geschenkt. Tolle Infos erhalten wir auch aus den Fotoalben von Katrin R. Sie war im vergangenen Jahr einige Monate in Island auf einem Bauernhof und hat nicht nur schöne Fotos, sondern durch ihre Beschreibungen auch einen Einblick in das Leben der Isländer geliefert. So erfahren wir auch, dass die Isländer abgesengte Schafsköpfe abnagen und eine besondere Delikatesse die Augen sind. Das wird uns hoffentlich erspart bleiben.

Karte Island

Wir bringen in Erfahrung, dass man Island am besten bei einer Rundfahrt über die Ringstraße Nr. 1 kennen lernt und dabei auch zahlreiche Abstecher in Richtung Landesinneres machen kann. Übernachten kann man natürlich an vielen Orten am bequemsten in Hotels. Das ist aber sauteuer und kommt für uns nicht in Frage. Dann gibt noch es die preiswerteren Edda-Hotels. Es sind Schülerinternate, die in den Sommermonaten zu Touristenunterkünften umfunktioniert werden. Dann kann man schließlich auf Bauernhöfen übernachten – Bed & Breakfast. Wir lassen uns von Island-Tours die Broschüre „Icelandic Farm Holidays“ schicken. Dort sind alle Bauernhöfe aufgeführt, die Übernachtung mit Frühstück bieten. Oft ist sogar Küchenbenutzung möglich. An Icelandic Farm Holidays schicken wir am 29. Mai ein Fax und lassen uns 12 Open Farm Voucher reservieren, die wir uns dann am 7. Juli in Reykjavik dort abholen.

Island Atlas
Gleichzeitig fragen wir beim Isländischen Buchverlag „Islenska Bokautgafan“ per Fax nach, wo wir den Island Atlas „Key to Island“ in Deutschland kaufen können. Die Antwort kommt prompt. In Deutschland gibt es den Atlas nicht, aber im isländischen Buchhandel oder direkt beim Verlag in Reykjavik, sogar in deutsch.
Dieses Buch ist tatsächlich der "Schlüssel zu Island". Hier ist das gesamte Straßennetz in Teilstrecken dargestellt. Die Hochland- und Bergstraßen sind gesondert aufgeführt. Zu jeder Teilstrecke gehört ein informativer Text über geschichtsträchtige und sehenswerte Plätze. Wer sich damit nicht zurecht findet ist selber schuld.

Auf dieser Basis arbeiten wir dann eine Route aus und legen alle Sehenswürdigkeiten fest, die wir besuchen wollen. Dabei stellen wir immer wieder fest, dass ein dreiwöchiger Jahresurlaub nicht ausreicht um die Gesamtstrecke von über 3.500 km  zu bewältigen und gleichzeitig noch Zeit für Wanderungen, Besichtigungen und andere schöne Dinge zu haben. Wir müssen die Route immer wieder korrigieren und zusammenstreichen. Als erstes schlagen wir uns die Westfjorde aus dem Kopf. Es sind einfach zu viele Kilometer, die da zusammenkommen und gerade dort zu viele unbefestigte Straßen. Was für ein Auto braucht man in Island? Gute Frage, wenn man inzwischen weiß, dass viele Straßen abseits der Ringstraße unbefestigt sind. Selbst die Ringstraße soll noch nicht durchgängig asphaltiert sein. Also was tun? Ein jeepähnliches Fahrzeug für drei Wochen ist viel zu teuer. Also die kleinste Variante – ein Opel Corsa. Ob der die Tour übersteht? Vom Preis her bleibt uns nichts anderes übrig.

Im April buchen wir folgendes bei Island Tours Hamburg:
  • 2 x Flug mit Icelandair Köln/Bonn – Keflavik und zurück 1.560,00 DM
  • 2 x Steuern und Sicherheitsgebühren 114,00 DM
  • Mietwagen Kat. S inkl. 200 km/Tag und 24,5% isl.MwSt.
    ab/bis Keflavik Airport 2.970,00 DM
  • 8 x Open Edda Gutschein Doppelzimmer ohne Du/WC
    inkl. Frühstück 1.120 DM

Insgesamt sind es nun 5.764,00 DM - eine stolze Summe. 

Am 25. April zahlen wir 600,00 DM an und überweisen den Rest am 10. Juni. Damit ist eigentlich fast alles getan, die Reise ist sicher. Unsere ersten 2 Nächte sind vorgebucht im Guesthouse Isafold in Reykjavik. Die Rundfahrt ist vorbereitet in Form einer Excel-Tabelle mit den Spalten Tag, Fahrstrecke von/nach, Straße Nr., Strecke in km, Sehenswürdigkeiten/Unternehmungen, Übernachtungsmöglichkeit. Eine weitere Tabelle enthält alle Edda Hotels mit Adresse, Tel.- und Fax-Nr., Straßen-Nr. und Lage (Quadrant) in der großen Island-Karte. Dazu noch eine kleine Übersichtskarte im A4-Format mit Markierung aller infrage kommenden Bauernhöfe und Edda Hotels. Nun sollte eigentlich nichts mehr schief gehen und wir können starten. Vorher bringen wir am Sonnabend, den 5. Juli noch Maren (14 Jahre) nach Stützerbach in Thüringen zu ihrer Tante Rosel. Sie hatte sich das selbst so gewünscht, da sie sich mit Danny, ihrem drei Jahre älteren Großcousin beim Besuch dort im letzten Herbst gut verstanden hatte. So ist sie nicht drei Wochen allein zu Hause.


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